Hochsensibilität       Home 

Themen - Links

 

   

- Powerpointpräsentation
- Sensibilität meint ...
- Test: Bin ich hochsensibel?
- Einflüsse
- Buchtipp: Zart besaitet
- Website: Zart besaitet
- Anmerkungen
- Beispiel 1
- Beispiel 2

 

Hochsensible Menschen haben eine geringere Filterung jener Reize, die auf sie einwirken. Sie erleben all die Eindrücke als 'mehr' (quantitativ) und/oder 'intensiver' (qualitativ). Dieser sensible Radar, um es einmal so zu verbildlichen, ermöglicht ihnen, Veränderungen, Nuancen, Zwischentöne, Varianten, etc. wahrzunehmen. Hierin liegt ein grosses positives Potential, die Hochsensibilität im Leben und im Beruf gut zu nutzen oder sich allenfalls besser zu schützen.

Dieses Radar kann überlastet werden und die Empfindungen und Eindrücke nehmen stark und andauernd zu, so dass sie nicht genügend verarbeitet werden und die hochsensible Person überreizen, bis sie/er daran in einen belasteten/geschwächten/erkrankten Zustand gerät: Nervosität, Flucht, Depression, Rückzug, Abschottung, Isolation, etc..., oft verbunden mit körperlichen Anzeichen: Allergien, Zittern, Schlaflosigkeit, Atemschwere, Kopfweh, Übelkeit, Gereiztheit, Asexualität, etc...

Durchschnittlich sensiblen Menschen können von vielen Reizen, aufgrund von Filtern im Unterbewusstsein, mehr ertragen, da sie die Reize weniger wahrnehmen. Sie merken weniger, was alles auf sie einwirkt. Es braucht dann vielleicht schon einen Besuch im Action-Kino, um das Gemüt anzuregen. Die Intensivierung von Reizen wird zum Teil zum Vergnügen gesucht: Kirmes, Achterbahn, Gruselfilm, Extremsport, Techno-Party, etc.

 

   

Powerpointpräsentation

Powerpointpräsentation zum Thema Hochsensibilität - Klingt da bei Ihnen etwas an?

Sensibilität meint:

 
  • Einfühlungsvermögen bzw. Empathie: die Fähigkeit, sich in einen anderen Menschen hineinzuversetzen
  • Feinfühligkeit oder emotionale Sensibilität: die eigene Empfindlichkeit durch äußere Einflüsse

  • Sensibilität (Medizin): in Physiologie und Wahrnehmungspsychologie den „fünften Sinn“, das Fühlen

  • Empfindlichkeit eines Organismus für einen äußeren Einfluss: das Gegenteil von Resistenz

  • Sensitivität: die Wahrscheinlichkeit eines statistischen Tests, einen Sachverhalt zu erkennen

  • Empfindlichkeit (Technik): bei Messgeräten das Verhältnis von Ausgangsgröße zu Eingangsgrößee

   

Test: Bin ich hochsensibel?

 

Link zum Test / Dauer ca. 15 min

   

Einflüsse

 

Im Gegensatz zur kognitiven Wahrnehmung, also Dingen, die wir 'denkend' erfassen und in uns umsetzen (zuhören, aufnehmen, Zusammenhänge bilden, Lösungen suchen, Antworten bilden und wiedergeben), nehmen wir jene Informationen als 'Reize' wahr, welche unsere Empfindlichkeit bzw. Sensibilität beschreiben:

   

 

Gefühltes (Emotionen)

  • Heftigkeit
  • Dynamiken
  • Geschwindigkeit
  • Dichte
  • Nähe
  • Wiederholungen
  • Druck
  • Gefühle
  • Emotionen
  • Stress, positiv wie negativ
  • Erwartungen
  • Rollen
  • Prüfungen
  • etc.
   

 

Gesehenes

  • Grellheit
  • Lichteinflüsse
  • Gesehenes
  • Erscheinendes
  • Gleissendes
  • Blendendes
  • Flackerndes
  • Intimität und Sexualität
   

 

Gehörtes

  • Geräusche
  • Lärm
  • Klänge
  • Rauschen
  • Piepsen
  • Signale
  • Hupen
  • Weckklänge
  • Warnklänge
  • Kontrollklänge
  • Telefonklingeln
  • SMS-Signale
  • Computer-Signale
  • NavigationssprecherInnen
  • Radiosendungen
  • TV-Sendungen
  • Werbebeiträge
  • Musik
  • Gespräche
  • Motorenlärm
  • Innerer Lärm
  • Tinitus
  • Intimität und Sexualität
  Home

 

Gerochenes

  • Gerüche
  • Kontaminationen
  • Gifte
  • Menschliches
  • Gekochtes
  • Gewürze
  • Zubereitungen
  • Industriegerüche
  • Abgase
  • Dämpfe
  • Parfümierungen
  • Aromatisierungen
  • Intimität und Sexualität
   

 

Geschmecktes

  • Essen
  • Getränke
  • Gekostetes
  • Konsistentes
  • Süssigkeiten
  • Zahnpflegemittel
  • Medikamente
  • Geschlucktes
  • Zahntechnisches
  • Aufstossendes
  • Intimität und Sexualität
   

 

Gefühltes (Berührung)

  • Berührungen
  • Konsistentes
  • Touchierungen
  • Aufgetragenes
  • Kleidung
  • Materialien
  • Eingeriebenes
  • Bandagiertest
  • Anfassendes
  • Intimität und Sexualität
   

 

   

Buchtipp:

 

                                    





   "Zart besaitet -
    Selbstverständnis, Selbstachtung und Selbsthilfe für hochsensible Menschen."

     von Georg Parlow,
 

     221 Seiten, ISNB 3-9501765-0-0, 23.-- Euro

 

   

Info-Website zum Thema:

 

www.zartbesaitet.net

 

  Home

Anmerkungen

 

Wenn Hochbegabung als kognitiv gesteuertes Eigenwesen lenkbar ist, dann ist Hochsensibilität weitaus ungeschützter und damit schwerer zu handhaben. Bei Hochbegabung hilft der förderliche Umgang, bei Hochsensibilität nützt in den meisten Fällen eher das Lernen, durch Schutz- und Ruhemassnahmen das eigen Potential zu nutzen oder zumindest die Überforderung zu verhindern.

Dieses Anderssein und sich Andersfühlen birgt in sich, wie bei der Hochbegabung, zu andern Menschen irgendwie 'anders und damit distanziert' zu sein. Die Überwindung dieses 'Anderssein bzw. dieser Distanz' zu den andern Menschen lässt sich - je nach Zielsetzung - mit einer Standortanalyse in beiden Situationen und auch in Situationen der Kombination von Hochbegabung und Hochsensibilität erfassen, strukturieren und für sich selber in nutzbare Herangehensweisen umsetzen.

Eine Standortanalyse scheint erst einmal den Nutzen bei Techniken, Regeln, Verhalten etc. zu haben. Dabei verhilft es viel mehr, dass Sie verstanden werden, dass man mit Ihnen kommunizieren und umgehen kann, dass Sie mit Menschen wieder verkehren können und Ihre Anliegen und Möglichkeiten moderat und damit erfolgreich anbringen können.

Es sind die Hochbegabten und Hochsensiblen, welche die Brücke zu den Menschen erbauen müssen, welche sie nicht erreichen und daher nicht verstehen können. Die Überwindung der Distanz zu den andern - das ist das Ziel für das Eigene.

 

   

Bespiel 1

 

Bespiel: Beitrag aus einem Forum - mit Erlaubnis der schreibenden Person / anonymisiert.

<< Hallo,

seit einigen Wochen hat nun mein Fernstudium begonnen.

Insgesamt liegen hier 11 Studienbriefe (Skripte, Bücher), die bis einschließlich Februar zu bearbeiten sind., Im März fallen dann zwei Klausuren an. Zusätzlich gibt es verschiedene Foren der Universität, sowie studentische Foren und diverse Lernchats. Bald folgen Onlineseminare und Präsensveranstaltungen. Viele Texte sind mit Fremdwörtern gespickt - für die man auch gut normale Formulierungen hätte verwenden können - die aber den Text zusätzlich extrem verzerren und die Lesbarkeit erschweren.

Ihr werdet es vielleicht schon erahnen - das alles ist viel zu viel Input. Mir fällt es unglaublich schwer all die Informationen, die hoch und runter, kreuz und quer schießen, aufzunehmen und zu verarbeiten. In meinem Kopf rauscht alles durcheinander. Es fühlt sich an wie eine Achterbahn, die so schnell rast, dass sie sich zu einer trägen, zähen Masse zurecht wabbert. Mein Kopf fühlt sich dumpf und schwer an, ich empfinde Müdigkeit und kämpfe eigentlich jeden Tag damit mich zum Lernen zu moralisieren, im Hintergrund immer die Stimme "das ist too much, das ist too much, das..."

Die Zeilen verschwimmen vor meinen Augen, die Gedanken schweifen ab und ich muss 4 mal den gleichen Abschnitt lesen um am Ende das Gefühl zu haben, alles wabbert immer noch durcheinander und es findet sich keine Struktur.

Ich verfüge durchaus über ein nicht niedriges Maß an Intelligenz. Die Materie an sich ist für mich auch sehr gut erfassbar. Zumindest erkenne ich an sehr vielen Stellen des Lernmaterials Übereinstimmungen mit eigenen Beobachtungen und Theorien, etc. Ich habe im Leben schon sehr viele Bücher und Lektüren gelesen. Manchmal verschlinge ich 1000 Seiten innerhalb von 3 bis 4 Tagen. Aber ich scheitere offensichtlich vollkommen an diesem Studienmaterial und der auf mich erschlagend wirkenden Masse an Input.

Kann das einer nachvollziehen?
Ich fühle mich an manchen Tagen wie gelähmt und lese keine einzige Zeile des Lernmaterials, weil ich das Gefühl habe es geht einfach nicht. Ob Ihr es glaubt, oder nicht - ich versuche es oft sogar mit Oropax, inklusive Schalldämpfkopfhörer - - - und ich nehme immer noch die Geräusche der Umgebung wahr. Es ist zum verzweifeln.

Ich würde mich wirklich sehr über Tipps freuen, Vorgehensweisen wie Ihr ggf mit solchen Situationen umgegangen seid. Was Ihr gemacht habt, damit Ihr den Kopf frei bekommen habt um lernen zu können.

Das alles stresst mich sehr und setzt mich massiv unter Druck. >>

 

   

Bespiel 2

 

Hallo zusammen,

Einige Beiträge habe ich zur Hochsensibilität nun schon gelesen. Bei XING und andernorts. Und ich muss zugeben, so recht mag ich mich nicht mit der Idee eine HSP zu sein, IDENTIFIZIEREN.

Der Test, den ich gemacht habe, mag zwar "bestätigen", dass ich eine HSP bin und die "Kriterien" helfen mir im täglichen Leben nun auch, die Dinge "besser" zu verstehen und anzunehmen, auch rückwirkend - aber ich bin deswegen trotzdem noch, so wie ich bin - oder vielleicht jetzt erst recht ;-).

Aber: HSP hin oder her. Vielmehr geht es mir wohl um so ein "Prinzip" oder eine "Qualität", die sich mir durch das "hochsensibel sein" noch einmal anders offenbart.

Gestern bin ich dann über ein Zitat "gestolpert":

Der einzige Grund, weshalb irgend jemand Dich* jemals ablehnt, ist, weil er/sie* genau so sein möchte, wie Du* bist.

* = gemeint ist nach meiner Wahrnehmung nicht "ich" persönlich oder andere Menschen, sondern das SEIN an und für sich, was durch uns auf dieser Welt in Erscheinung tritt

*PENG* Da wollten sie nochmal gesehen werden, die vielen Erfahrungen von Ablehnung, weil ich ja so anders bin ;-)

Stille

Irgendwie zieht es uns letztlich alle hin zu unserer Essenz. Egal, wie es sich ausdrückt. Und wenn ich ganz in Stille bin kann ich es auch fühlen, diese ganz, ganz feine Essenz des Seins.

Alles im "Außen" erscheint mir dann, oder klingt nach als vielleicht "viel und laut". Lasse ich geschehen, dass das auch Teil meines Seins ist, dann fühle ich es nicht als etwas "Getrenntes" oder "Anderes" von mir. Ich bemerke, ich bin innen wie außen. Gleichermaßen. Zeitgleich. Ich bemerke einfaches reines feines Sein, mit allem was ist.

Fällt die Idee weg "anders zu sein", ist beFREIung einfach nur da. Freiheit von Fragen, wie "Wieso bin ich anders?", "Wie gehe ich damit um?", etc. Antworten tauchen nach und nach von selbst auf.

SEIN tritt in Erscheinung. Als Mond, Sterne, Himmel, Wolken, Sonne, Erde, Wälder, Bäume, Wiesen, Seen, Flüsse, Tiere, ... und Menschen. Es ist, was es ist. Wir sind, was wir sind. Und in diesem Raum der Dualität, in diesem Miteinander, tauchen eben auch Fragen auf, die gestellt, gehört, besprochen und beantwortet werden wollen. SEIN spielt mit sich selbst.

Wenn ich ganz in Stille bin, nehme ich (mich) diese(r) Fragen an, lasse sie los, lausche, spüre hin ... und erkenne, da ist pulsierende, lebendige Antwort. Das fühlt sich schön an, harmonisch, friedlich, rein. Auch wenn es traurig, ärgerlich oder freudig ist. Da tauchen Impulse auf, die mich bewegen und beg-LEITEN. Alles wertfrei. Intuitiv geschieht, was von "innen" heraus geschieht. Gedanken und Gefühle tauchen auf, Handlungen erfolgen.

Nichts ist getrennt von mir. Ich "brauche" also das "Anders sein", um SEIN zu können. Im Sinne von, es bringt mich nicht weiter, dagegen anzugehen. "Anders sein" ist genauso SEIN, wie alle anderen Erscheinungen, die mich ausmachen.

Nicht, weil ich danach suche oder gesucht habe, sondern weil die Erkenntnis da ist, das ich schon immer geWESEN bin.

Fein sein. "Anders sein". Eben das ist AUCH mein WESEN, mein so SEIN.

Stille

Manche Menschen erschrecken vielleicht vor sich selbst und ihrem "Anders sein". Gerade in Begegnungen mit "Anderen". Aber sind wir letztlich nicht alle irgendwie "Anders"? Ist "Anders sein" etwas Besonderes? Aus meiner Sicht nur, wenn wir es dazu machen.

Es ist schön, finde ich, wenn wir uns dieser Sensibilität zuwenden, uns darum kümmern, sie erstrahlen und lebendig sein lassen, sie in unser Leben integrieren, sie zur Entfaltung bringen, solange wir sie nicht auf einen Sockel stellen.

Der einzige Grund, weshalb irgend jemand Dich* jemals ablehnt, ist, weil er/sie* genau so sein möchte, wie Du* bist.

Ablehnung ist nach meiner Wahrnehmung eigentlich nur eine "andere" Form und Ausdrucksweise der Zuwendung zum eigenen so SEIN, wie man selbst ist. Für mein Empfinden gilt das aber nicht nur für die "ablehnende Person", sondern auch für die "erfahrende" Person. Es hilft, genauer hinzusehen, sich liebevoll anzunehmen.

In Nelson Mandela's Antrittsrede wurde es sehr schön gesagt:

Du dienst der Welt nicht, wenn Du Dich kleiner machst, nur damit Andere sich neben Dir nicht unsicher fühlen.

Hierin finde ich das sensible Wesen unserer ALLER Kompetenz, an- und miteinander zu wachsen. HSP haben meiner Wahrnehmung nach "nur" einen feineren Zugang dazu.

Je sicherer ich mir meiner Selbst im "anders sein" bin, desto sicherer geschieht Offenheit, Akzeptanz und Annahme auch durch "Andere".

Dazu muss ich mich nicht mit der Idee eine HSP zu sein identifizieren. Es genügt, sich auch auf die unterschiedlichen Qualitäten von Hochsensibilität einzulassen, um sich seiner SELBST sicherer zu sein.

Bitte nicht mißverstehen: ich bin DANKBAR, den Aspekt der Hochsensibilität entdeckt zu haben. Es ist wie ein weiteres Tor zu erweitertem, BEWUSSTEM Dasein.

Wie immer gespannt, wohin die Reise geht, wünsche ich allerseits

Abendliche Grüße

Jen Richter 


Ich danke Jen Richter für das Geschenk, ihre - für mich erschliessenden - Gedanken der Leserschaft zur Verfügung zu stellen. Lieben Dank, Jen. Jona Jakob

   

 

Alle Verlinkungen mit Erlaubnis von zartbesaitet.net / Hr. Georg Parlow, Wien - Herzlichen Dank.

   Home